Damit wissenschaftliche Artnamen der Eigenschaft der Eindeutigkeit entsprechen, müssen bei der Vergabe der Bezeichnungen Regeln beachtet werden.Das Artepitheton darf mehrfach verwendet werden, sofern es sich nicht um Arten einer Gattung handelt. Das Gattungsnomen darf dagegen nur einmal innerhalb der zoologischen Nomenklatur verwendet werden, um ebenfalls eine eindeutige Bezeichnung der jeweiligen Gattung zu ermöglichen.Allerdings können gleiche Gattungsnomen in der botanischen Nomenlatur parallel existieren. Im Gegensatz zur botanischen Nomenklatur dagegen dürfen in der zoologischen Nomenklatur Nomen, und Artepitheton gleich lauten. Es kommt vor, dass Arten mehrfach beschrieben werden.Das kann daran liegen, dass zwei oder mehr Autoren eine Art irrtümlich als bisher unbeschrieben ansehen oder dass mehrere Standortvarianten (Lokalformen) oder Morphe einer Art als eigenständig angesehen wurden. Nicht selten wurden auch die beiden Geschlechter einer Art mit starken Sexualdimorphismus als eigenständig beschrieben. Es zählt prinzipiell der Name der Beschreibung die als erstes publiziert wurde. Moderne Erstbeschreibungen sollten in einer intenational verfügbaren, wissenschaftlichen Fachzeitschrift erscheinen, allerdings gibt es auch anerkannte Erstbeschreibungen von Fischen aus aquaristischen Zeitschriften, und Magazinen wie Vieja argentea Allgayer, 1991, die in der Verbandsschrift der Revue Francaise des Cichlidophiles, erschien. Dabei gilt es noch weitere Kriterien zu beachten, die in intenational gültigen Regularien der ICZN festgelegt sind.
Die Doppelbenennungen nennt man Synonyme.Man findet dafür oft folgende Schreibweise: Heros octofasciatus Regan, 1903; Synonym (oder Syn.) Cichlasoma biocellatum Regan, 1909
Der Name hinter dem Taxon ist der Familienname des Erstbeschreibers, mit dem Jahr der Veröffentlichung der Erstbeschreibung dahinter, dieser wird üblicherweise vollständig in Großbuchstaben geschrieben.Für einige Autoren gibt es intenational anerkannte Kürzel, zum Beispiel L. für Linne beziehungsweise Linnaeus.Wenn dieser Name in Klammern () steht, bedeutet das, dass die Gattungszugehörigkeit der Art seit der Erstbeschreibung geändert wurde beziehungsweise dass die Art ursprünglich einer anderen Gattung zugeordnet wurde.Das Epitheton der Erstbeschreibung bleibt immer gleich, und wird nur falls erforderlich im Geschlecht, sächlich oder neutrum (neut.) weiblich oder feminin (fem.) beziehungsweise männlich oder maskulin (mask.) dem Nomen angepasst, auch wenn sich der Sinn später als falsch oder, undeutlich herausstellt oder ein anderer passender wäre.
Es gibt aber auch Ausnahmen, bei , welcher der Name der Art beibehalten wird, obwohl eine Beschreibung früheren Datums die Art anders benennt, und daher eigentlich vorrangig wäre. Das kann zum Beispiel daran liegen, dass sich der bisherige Artname intenational eingebürgert hat, so geschehen bei Parachromis managuensis, der eigentlich Parachromis gulosus heißen müsste.
Parachromis gulosus Agassiz, 1859 = Heros managuensis Günther, 1862 = Parachromis managuensis (Günther, 1862)
Bei solchen Streitfällen ist die intenationale Kommission für zoologische Nomenklatur ICZN zuständig, die über diese zu beraten hat.
Neben den Synonymen gibt es auch die Pseudonyme. Im Gegensatz zu den Synonymen, die durch (vermeintliche) Erstbeschreibungen entstehen, handelt es sich bei den Pseudonymen um (vorgeschlagene) Verschiebung einer Art in eine andere Gattung, die sich aber nicht durchsetzen konnte oder nicht mehr dem neuesten Stand entspricht.Diese Vorschläge wurden aber verworfen oder auch aus formalen Gründen für ungültig erklärt.Insbesondere bei den Buntbarschen Mittelamerikas gibt es recht einige Pseudonyme, da nach der Beschränkung der Gattung Cichlasoma auf südamerikanische Arten um Cichlasoma bimaculatum viele Arten ohne Gattungszugehörigkeit standen.
Gattungsnamen in „ “ sind nicht mehr gültig, die Art hat aber zu diesem Zeitpunkt noch keine Neuzuordnung erhalten.
Das findet man beispielsweise bei einigen ehemaligen Geophagus, Aequidens, und natürlich Cichlasoma.Die Arten wurden zuvor den Gattungen zugeordnet, sind aber nach der Revision ausgesondert worden, sie stehen bis auf weiteres quasi verwaist, ohne Gattungszugehörigkeit.
- Präzedenz-Prinzip: Es ist die wissenschaftliche Bezeichnung gültig, welche für die Art zu erst gültig veröffentlicht wurde.
- Daraus ergeben sich auch Autor und Jahr der Erstbeschreibung
- verbesserte wissenschaftlichze Erkenntnisse fließen später vor allem in Änderungen des Gattungsnomens ein
- ändert sich das Geschlecht des Gattungsnomens, muss dies bei adjektivischen Artepitheten berücksichtig werden
Auch kleine Unterschiede haben große Bedeutung
Im Jahr 2004 stellte Costa (Costa, 2004) die Gattung Cryptolebias für; einige eierlegende Zahnkarpfen aus dem karibischen Raum auf, welche zuvor der umfangreichen Gattung Rivulus zugeordnet worden waren.
Das Taxon Cryptolebias war jedoch bereits vergeben, weil einen fossilen Zahnkarpfen mit diesem Namen beschrieben hatte.
Das Taxon Cryptolebias musste deshalb durch Anpassung der Schreibweise zu Kryptolebias abgewandelt werden (Costa, 2004a).
Ein vergleichbares Beispiel ist auch die Kontroverse um die korrekte Schreibweise der Zwergcichliden-Gattung Mikrogeophagus.
Auch kleine Formalkriterien sind in der biologischen Nomenklatur bedeutend.
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